Statistiken über Geschlechtskrankheiten

Geschlechtskrankheiten sind durchaus ein Thema, bei dem wir in Deutschland immer wieder sehr gerne dazu neigen, es gewissen Randgruppen zuzuschieben. Dabei belegen selbst die aktuellen Zahlen immer wieder sehr deutlich, dass es in der Tat jeden treffen kann. Es sind Probleme, die aus der Mitte unserer Gesellschaft kommen, und die selbst in unserer ansonsten so zivilisierten Kultur immer wieder auftreten.

Wer deshalb einmal einen Blick auf die Statistiken wirft, die mit der Ansteckung verbunden sind, dem wird in der Regel klar, wie wichtig es ist, sich selbst ausreichend zu schützen.

Gerade die mangelnde Information sorgt in Deutschland nach der Meinung von Experten schließlich dafür, dass wir die von den Geschlechtskrankheiten ausgehenden Gefahren gerne etwas unterschätzen. Sogar unsere Nachbarländer sind dabei in vielen Punkten durchaus besser gewappnet, was es umso wichtiger macht, sich diesem unangenehmen Thema anzunehmen.

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Die Zahl der Infektionen in Deutschland

Zwar ist Deutschland aufgrund seines Status als entwickelte Industrienation nicht so schwer von Geschlechtskrankheiten getroffen wie andere Länder, doch wir sollten erkennen, dass auch hierzulande dieses Phänomen durchaus vorhanden ist. Natürlich ist es immer wenig greifbar, sich die Zahlen für neue Erkrankungen vor Augen zu führen, schließlich hört man heute sehr häufig etwas von gewissen Risiken. Dennoch lässt sich daran sehr gut verdeutlichen, welche Krankheiten speziell in Deutschland sehr häufig auftreten.

So ist es möglich, sich selbst ein Bild von der Situation zu machen, und entsprechende Gegenmaßnahmen zu implementieren. HIV gilt dabei noch immer als die Versinnbildlichung von einer Geschlechtskrankheit, die zugleich schlimme Folgen mit sich bringen kann.

Jährlich sind es in Deutschland in etwa 3.000 Personen, die sich neu mit dem HI-Virus infizieren. Etwas darüber liegt auch die Ansteckung, die es Jahr für Jahr in Deutschland mit Syphilis gibt. Hier sind es nach Angaben der deutschen Dermatologen in etwa 4.600 Menschen, die die Erreger durch eine Untersuchung oder durch die entsprechenden Symptome entdecken können. Nun gibt es neben diesen Krankheiten natürlich noch einige weitere, bei denen die Zahlen zum Teil erschreckender sind.

Die am weitesten verbreiteten Geschlechtskrankheiten

Dazu zählt zum Beispiel auch Tripper, mit dem sich jährlich in etwa 16.000 Personen neu konfrontiert sehen. Nun gibt es aber auch die humanen Papillomaviren, mit denen sich pro Jahr 80.000 Personen infizieren. Dies ist besonders aus dem Grund erschreckend, weil es in diesen Tagen eben möglich ist, sich mit einer einfachen Impfung ganz adäquat dagegen zu schützen. Gerade jungen Frauen bietet sich dabei die Chance, durch drei einfache Besuche beim Arzt diesen zusätzlichen Schutz zu erwerben, der aber nur von in etwa 30 Prozent in Anspruch genommen wird.

Wer sich hier die Zahl der Impfungen in westlichen europäischen Ländern wie Frankreich, Spanien oder aber auch die Zahlen in den USA anschaut, der erkennt, welche Chance die Gesellschaft verspielt. Dort liegt die Zahl der Impfungen bei bis zu 90 Prozent, was im Umkehrschluss zu einer deutlich verringerten Zahl an neuen Infektionen mit dem Virus führt. Die häufigste Geschlechtskrankheit sind aber nach wie vor die Chlamydien.

Jahr für Jahr gibt es allein in Deutschland rund 100.000 neue Ansteckungen, wobei auch hier durchaus schlimmere Langzeitfolgen zu erwarten sind. Unter anderem kann es bei dem Ausbleiben von einer gezielten Behandlung sein, dass sich eine Unfruchtbarkeit ausbildet, wofür sowohl Frauen wie auch Männer anfällig sind. Gleichzeitig konnte von den Wissenschaftlern eine gewisse Korrelation mit einem höheren Risiko für eine Krebserkrankung erkennt werden. Auch deshalb ist es in der Praxis so wichtig, sich mit diesem Thema zu befassen.

Die mächtigen Dunkelziffern

Natürlich sind dies nur die öffentlichen Angaben, die von den deutschen Instituten zu diesem Thema veröffentlicht werden konnten. In der Regel ist davon auszugehen, dass die tatsächliche Zahl der Erkrankung dieses Angeben noch deutlich übersteigen wird. Dies liegt zum einen daran, dass nicht für alle Geschlechtskrankheiten eine ärztliche Meldepflicht besteht.

Auf der anderen Seite liegt es auch an den Patienten selbst, die sich häufig aus Scham keinem Arzt anvertrauen möchten, und deshalb unter eigener Regie versuchen, dem Problem Herr zu werden. Gleichzeitig lässt sich eben eine Geschlechtskrankheit gar nicht in jedem Fall erkennen. Häufig ist die Ausbildung von den Symptomen zu schwach, oder aber sie werden von der betroffenen Person gar nicht wahrgenommen.

Die Erreger sind aber dennoch im Körper vorhanden, sodass man im medizinischen Sinne von einer Infektion sprechen würde. Experten sind deshalb der Meinung, dass die tatsächliche Infektionsrate bei vielen Krankheiten um bis zu 20 Prozent höher liegt, als dies in den offiziellen Angaben der Fall ist. Auch dies sollte ein weiteres Warnsignal darstellen, das zeigt, wie weit verbreitet viele Krankheiten doch sind.

Fazit

Am Ende fällt auf, dass es ganz und gar falsch wäre, die Geschlechtskrankheiten nur einer bestimmten Randgruppe in die Schuhe zu schieben. Stattdessen sollten wir erkennen, dass tatsächlich für jeden von uns ein gewisses Risiko besteht, mit einer dieser Krankheiten in Kontakt zu kommen. Von den Zahlen der Infektionen sollte man sich damit nicht schockieren lassen. Vielmehr sollten sie einen Anreiz darstellen, offen über das Thema zu kommunizieren, und bei Bedarf auch gewisse Maßnahmen des Schutzes einzusetzen.

Quellen:

http://www.welt.de/gesundheit/article115698692/Immer-mehr-Deutsche-haben-Geschlechtskrankheiten.html
http://www.derwesten.de/gesundheit/geschlechtskrankheiten-auf-dem-vormarsch-experten-besorgt-id6781983.html