Habe ich Genitalherpes? Woran man die Geschlechtskrankheit erkennt

Genitalherpes durch Herpes-Virus

Seit einigen Jahren nehmen die Geschlechtskrankheiten, wie zum Beispiel Genitalherpes, in Deutschland wieder zu. Zahlreiche junge und auch ältere Männer sowie Frauen machen sich teilweise große Sorgen, wenn sie an ihren Genitalien Symptome entdecken, die Sie in der Form nicht kennen. Zwar muss es sich dabei keineswegs immer um Genitalherpes oder eine andere Geschlechtskrankheit handeln, doch die Angst ist natürlich zunächst einmal da. Habe ich Genitalherpes? Diese Frage stellen sich aktuell immer mehr Männer und Frauen, weshalb wir darüber informieren möchten, woran man die Geschlechtskrankheit eigentlich erkennt, wie sie definiert wird und was Sie im Fall einer vorhandenen Infektion tun können.

Genitalherpes – eine Definition

Genitalherpes wird fachlich korrekt als Herpes genitalis bezeichnet. Es handelt sich dabei um die Geschlechtskrankheit, die von der Anzahl der Fälle her global betrachtet am häufigsten auftritt. Dementsprechend haben auch Männer und Frauen in Deutschland ein relativ hohes Risiko, mindestens einmal in ihrem Leben an dieser Geschlechtskrankheit zu leiden. Wenn man von einem Vorteil sprechen kann, dann besteht dieser bei Genitalherpes darin, dass die Symptome bei der Infektion relativ spezifisch sind.

Verursacht wird Genitalherpes sowohl bei Männern und Frauen durch den Herpes simplex Virus Typ 2. Dabei ist zu unterscheiden, ob der Virus im sogenannten Stamm 1 oder Stamm 2 übertragen wird. Der Unterschied zwischen den zwei Stämmen besteht insbesondere dann, welches Ausmaß die Infektion annimmt. Die Übertragung des Genitalherpes findet in aller Regel im Rahmen des ungeschützten Geschlechtsverkehrs statt, aber auch bei anderen Sexualpraktiken kann es zu einer Übertragung kommen. Zwar ist Genitalherpes mitunter durch relativ eindeutige Symptome gekennzeichnet, aber diese müssen keineswegs immer auftreten. So schätzen Experten, dass über drei Viertel aller von Genitalherpes betroffenen Männer gar nicht wissen, dass sie sich mit dem Virus infiziert haben.

Habe ich Genitalherpes? An diesen Symptome können Sie die Geschlechtskrankheit erkennen

Wie zuvor angesprochen, müssen beim Genitalherpes zwar nicht zwangsläufig Symptome auftreten, aber falls diese vorhanden sind, sind sie in größeren Teilen relativ charakteristisch. Oftmals ist der Zeitraum zwischen dem Infizieren und dem Ausbruch allerdings sehr lang, während manche Betroffene auch schon nach wenigen Tagen erste Infektions-Symptome zeigen.

Zu den klassischen Symptomen des Genitalherpes gehören bei Männern:

  • Bläschen im Penis- oder Anusbereich, die schmerzhaft sind
  • Juckreiz
  • Schmerzen beim ruinieren

Darüber hinaus können auch noch einige unspezifische Symptome auftreten, insbesondere Fieber, Kopfschmerzen sowie Muskelschmerzen. Die Symptome treten bei Herpes genitalis natürlich nicht nur bei betroffenen Männern auf, sondern ebenso bei Frauen. Hier sind es insbesondere die folgenden Beschwerden, die auftreten können:

  • Bläschen im Bereich der Scheide, die Schmerzen verursachen
  • Probleme bzw. Schmerzen beim Urinieren
  • Schwellung der Lymphknoten
  • Fieber, Kopfschmerzen und Muskelschmerzen

Ferner ist es bei betroffenen Frauen so, dass Bläschen oder auch Geschwüre am Gebärmutterhals sowie vaginaler Ausfluss auftreten können. Die Frage: Habe ich Genitalherpes? Lässt sich zwar beim Auftreten dieser Symptome nicht zu 100 Prozent eindeutig beantworten, jedoch geben die Beschwerden bereits einen Aufschluss darüber, wie wahrscheinlich die Infektion ist. Sollten Sie eines der genannten Symptome feststellen, ist es dringend zu empfehlen, Ihren Hausarzt oder Urologen bzw. Gynäkologen aufzusuchen.

Genitalherpes verläuft in fünf Phasen

Neben diesen Symptomen, die allerdings nicht immer auftreten müssen, zeichnet sich die Geschlechtskrankheit Genitalherpes insbesondere durch ihre fünf aufeinanderfolgenden Phasen aus. Diese Phasen gestalten sich wie folgt:

  • Phase 1: Rötungen auf der Haut sowie Schuppen
  • Phase 2: kleine Bläschen auf der Hautoberfläche
  • Phase 3: feuchte Geschwüre
  • Phase 4: trockener Schorf
  • Phase 5: Schorf verschwindet, Heilung

Der Verlauf dieser fünf Phasen erstreckt sich in aller Regel über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen. Allerdings ist es heutzutage mit den entsprechenden Medikamenten möglich, nicht nur die Beschwerden zu lindern, sondern auch den Verlauf der Erkrankung deutlich zu minimieren.

Genitalherpes durch Herpes-Virus

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Wie kann ich mich mit Herpes genitalis anstecken?

Zu Herpes genitalis müssen Sie wissen, dass sich die Symptome insbesondere bei einer Erstinfektion ausprägen. Anschließend kann es im Laufe des Lebens allerdings mehrfach zu weiteren Ausbrüchen kommen, die von den Symptome her meistens milder verlaufen. Grundsätzlich verbleibt das Virus ohnehin lebenslang im Körper, falls Sie sich einmal infiziert haben. Daher zielen die Therapien auch darauf ab, die Symptome zu bekämpfen und die Intensität der Ausbrüche zu verringern. In dem Zusammenhang lautet eine durchaus wichtige Frage, wie man sich eigentlich mit Genitalherpes anstecken kann.

Der Hauptübertragungsweg ist natürlich der ungeschützte Geschlechtsverkehr, also der Sexualakt ohne das Nutzen von Kondomen. Darüber hinaus gibt es allerdings noch andere Ansteckungsgefahren, die entweder gar nicht bekannt sind oder in der Praxis deutlich unterschätzt werden. Ein wesentlicher Grund sind die bei Herpes genitalis oftmals nässende Bläschen, sodass die daraus resultierende infektiöse Flüssigkeit auch auf andere Gegenstände gelangt, insbesondere natürlich Kleidung und Handtücher, die nach der Körperhygiene genutzt werden. Man spricht in dem Zusammenhang auch von der Schmierinfektion als Übertragungsweg, sodass insbesondere die Ehe- bzw. Lebenspartner Gefahr laufen, sich auch außerhalb des Geschlechtsverkehrs anzustecken. Wichtig zu wissen ist ebenfalls, dass die Ansteckungsgefahr auch dann noch vorhanden ist, wenn die Symptome bereits nachgelassen haben. Daher sollten Sie in dieser Phase besonders vorsichtig sein und darauf achten, dass Sie Ihren Partner nicht anstecken.

Welche Nebensymptome können bei Herpes genitalis auftreten?

Über die Hauptsymptome, die beim Herpes genitalis auftreten können, haben wir Sie zuvor bereits informiert. Darüber hinaus gibt es neben Fieber und Muskel- bzw. Kopfschmerzen noch einige weitere Symptome, die auch als Nebensymptome bezeichnet werden. Diese müssen keineswegs zwangsläufig, können aber dennoch bei der Infektion durch die Herpesviren auftreten. Zu nennen sind hier insbesondere die folgenden für eine Geschlechtskrankheit eher untypischen Symptomen, die in der Summe beispielsweise auch auf eine Grippe hindeuten könnten:

  • Fieber
  • Müdigkeit
  • allgemeines Schwächegefühl
  • Schüttelfrost

Normalerweise treten diese Symptome allerdings eher selten alleine auf, sodass sie in Verbindung mit den Hauptsymptomen in aller Regel letztendlich doch der Infektion mit Genitalherpes zugeordnet werden können.

Wie kann man Genitalherpes behandeln?

Neben der Frage, ob man überhaupt Genitalherpes hat, interessiert die Betroffenen natürlich in erster Linie, wie eine Behandlung aussehen kann. Positiv ist, dass mittlerweile gute und wirkungsvolle Behandlungsmethoden zur Verfügung stehen, die sowohl der Behandlung im akuten Fall als auch der vorbeugenden und langfristigen Behandlung dienen. Wie für nahezu alle Behandlungsformen gilt auch hier, dass die Beschwerden umso schneller wieder abklingen, desto frühzeitiger mit der Behandlung begonnen wird. In erster Linie kommen sogenannte antivirale Medikamente zum Einsatz, wie zum Beispiel Acliclovir oder Valtrex. Auf jeden Fall sollten Sie sich von einem Arzt beraten lassen, denn dies ist fast immer der bessere Weg als eine Selbstmedikation vorzunehmen, zumindest unter der Voraussetzung, dass Sie erstmals unter Genitalherpes und den entsprechenden Symptomen leiden.

 

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