Selbsttest gegen Chlamydien

Es gibt ganz unterschiedliche Gründe, weshalb Chlamydien heute in Deutschland mit zu den am weitesten verbreiteten Geschlechtskrankheiten zählen. Grundsätzlich wäre es aber vor allen Dingen durch eine bessere Information möglich, die Gefahr der Ansteckung immer weiter einzudämmen. Sehr häufig ist es nämlich die Unsicherheit, aus der dann die eigentlichen Probleme in der Folge erst erwachsen.

Weiß nämlich eine Person erst gar nicht darüber bescheid, woher das Jucken im Bereich der Genitalien überhaupt stammt, ist die Gefahr groß, dass vor der professionellen Diagnose direkt weitere Personen damit angesteckt werden. Auch dies ist am Ende des Tages einer der Gründe dafür, weshalb es allein in Deutschland derzeit 300.000 Frauen gibt, die unter genau diesem Problem so sehr zu leiden haben.

Die eigene Diagnose ist dabei zwar auch keine Lösung, doch wer die Symptome erkennt, der kann sich direkt an einen Spezialisten wenden. Auf der anderen Seite kann ein professioneller Chlamydien Test natürlich auch eine vorbeugende Maßnahme sein, durch die die Gefahr der Ansteckung noch weiter verringert werden kann.

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Welche Kosten kommen auf mich zu?

Natürlich ist das Interesse an einer solchen Möglichkeit vor allen Dingen dann sehr hoch, wenn sich dabei nicht unbedingt besonders hohe Kosten ergeben. Dies ist zugleich der Grund zu sagen, dass hier sehr differenziert auf die Situation eingegangen werden muss. In der Praxis bedeutet dies, dass die Krankenkasse die für den Test entstehenden Kosten nicht in jedem Falle übernimmt. Auch dies ist einer der Gründe dafür, weshalb man sich im Vorfeld etwas genauer über die eigenen Möglichkeiten informieren sollte.

Die wohl besten Chancen haben dabei junge Frauen bis zu einem Alter von einschließlich 25 Jahren. Da es sich hier insgesamt um eine sexuell recht aktive Gruppe der Bevölkerung handelt, haben viele Krankenkassen zugestimmt, die Kosten für einen Chlamydien Test zu übernehmen. Dabei spielt es alles in allem keine Rolle, ob nun wirklich ein akuter Verdacht auf eine Ansteckung besteht.

Dies bedeutet, dass es möglich ist, einen solchen Test gerade für die Vorsorge zu nutzen, um gegebenenfalls direkt mit einer Behandlung starten zu können. Dabei gilt es zu beachten, dass es nur einmal pro Jahr möglich ist, die Kosten dafür erstattet zu bekommen.

Alle anderen Personen benötigen dagegen einen akuten Verdacht, um den Test gezahlt zu bekommen. Dies bedeutet, dass im Vorfeld der Gang zu einem Arzt notwendig ist, der untersuchen kann, ob entsprechende Symptome nun vorhanden sind. Erst dann bekommt der Patient schließlich eine Überweisung zu einem anderen Spezialisten, falls dort kein entsprechendes Labor vorhanden ist. Natürlich kann ein Test zu jeder Zeit extra beantragt werden, wobei der Patient die Kosten in diesem Fall oftmals selbst zu tragen hat. Die Kosten beim Arzt liegen, je nach Umfang, bei 30 bis 120 Euro. Heimtests sind zwischen 30 bis 90 Euro erhältlich, allerdings wesentlich ungenauer. Der wohl größte daraus erwachsende Vorteil ist, den zu unrecht mit Scham behafteten Gang zum Arzt vermeiden zu können.

Wie funktioniert der Chlamydien Test?

Ein solcher Test kann sehr schnell durchgeführt werden, was natürlich in der Praxis ungemein von Vorteil ist. Es liegt daran, dass daraus eine möglichst rasche Behandlung resultieren kann, sodass die Chlamydien ganz natürlich ausgemerzt werden können. Die wohl am weitesten verbreitete Methode ist eine Untersuchung des Urins, die dank der Nukleinsäure-Amplifikationstechniken zu einem sehr genauen Ergebnis führen kann.

Einer der größten Pluspunkte ist, dass diese Methode sowohl bei Frauen, als auch bei Männern einfach angewandt werden kann. Der Urin wird also gewissermaßen auf die Stoffe hin untersucht, die die Bakterien als Endprodukte ihres Stoffwechsels ausscheiden. Sind diese im Urin vorhanden, ist dies ein recht eindeutiger Hinweis darauf, dass die betreffende Person einen solchen Bakterienstamm der Chlamydien in sich trägt.

Auf der anderen Seite bietet sich aber auch die Alternative, einen Abstrich zu machen. Dabei werden ganz unterschiedliche Körperstellen untersucht, je nach dem, wie die Symptome der jeweiligen Person ausfallen. Handelt es sich also mit großer Wahrscheinlichkeit um die Bakterien, die vor allem auf sexueller Ebene übertragen werden, so wird der Abstrich direkt aus der Harnröhre entnommen.

Bei der Frau gibt es zudem die Alternative, einen Abstrich von Gebärmutterhals zu machen. Die Abstriche werden dann kurze Zeit später auf einen Nährboden übertragen, der für einige Zeit in eine feuchte und warme Umgebung gelegt wird. Die Bakterien vermehren sich und bereits nach kurzer Zeit ist es möglich, eine genaue Analyse der vorhandenen Bakterienstämme in die Wege zu leiten.

Die dritte Möglichkeit um einen Chlamydien Test durchzuführen, ist ein sogenannter Bluttest. Sind im menschlichen Körper Chlamydien vorhanden, so sorgt unser Immunsystem dafür, dass Fremdkörper gegen diese Bakterien gebildet werden. Diese sind nach einer Infektion im Blut vorhanden und können durch einen einfachen Test nachgewiesen werden. Obwohl diese Methodik mit die genauesten Ergebnisse einbringt, wird sie eher selten angewandt.

Gibt es passende Selbsttests gegen Chlamydien für Zuhause?

In der Tat wird vielen Menschen bei dem Gedanken unwohl, sich mit dem bloßen Verdacht auf Chlamydien direkt an einen Arzt wenden zu müssen. Doch zumindest ein Selbsttest in Eigenregie sollte dazu genutzt werden, um sich selbst die Gewissheit verschaffen zu können. Bei Frauen wird dabei sehr häufig ein Abstrich des Gebärmutterhalses gefordert, der selbst aufgenommen werden kann.

Männer sollten dagegen einen Abstrich aus der Harnröhre machen. Gleichzeitig gilt es zu beachten, dass die meisten Tests darauf basieren, dass die Probe später an ein Labor geschickt wird.

In dem Fall entsteht wiederum eine Wartezeit, weshalb kein zeitlicher Vorteil gegenüber der ärztlichen Untersuchung mehr vorhanden ist. Des Weiteren geht auf diesem Wege die Genauigkeit ein Stück weit verloren, weshalb Experten stets raten, sich an einen Fachmann zu wenden.

Alles in allem kann man also erkennen, dass es in der Praxis eben sehr gut möglich ist, zusätzliche Vorteile für sich zu erkennen. Dies liegt eben daran, dass die Chlamydien insgesamt sehr gut und genau festgestellt werden können. Es ist aber auch wichtig, so schnell als möglich genau diese Dinge feststellen zu können. Denn schließlich ist es nur in der akuten Phase von der Erkrankung möglich, überhaupt eine Behandlung anzusetzen, die schließlich die Bakterien aus dem Körper entfernen kann.

Zudem ist es ganz und gar nicht zu empfehlen, einfach auf eigene Faust eine Behandlung zu initiieren. Denn zwar werden hauptsächlich Antibiotika eingesetzt, doch auf der anderen Seite kann ein Arzt noch sehr viel individueller auf die jeweilige Infektion eingehen. Somit steigen die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung der Infektion noch sehr deutlich.

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