Folgen von Chlamydien

Chlamydien sind auch in unserer Region dafür bekannt, dass sie nicht unbedingt zu den schlimmsten Geschlechtskrankheiten zählen, die derzeit kursieren. Gleichzeitig sind die Statistiken zu den Infektionszahlen allerdings beunruhigend – allein in Deutschland ist die Wahrscheinlichkeit vor allem für Frauen sehr hoch, zumindest einmal im Leben eine Ansteckung mit Chlamydien erfahren zu müssen. Symptome wie Juckreiz, Geschwüre oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr weißen darauf hin, dass die dafür verantwortlichen Bakterienstämme bereits den Weg in den Körper gefunden haben.

Doch gerade wenn eine solche Ansteckung für zu lange Zeit nicht entdeckt wird, verschlechtern sich die Aussichten für die infizierte Person doch recht deutlich. Dies geht sogar bis hin zu wirklich gravierenden und zum Teil auch irreparablen Schäden an der Gesundheit, die es natürlich zu vermeiden gilt.

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Unfruchtbarkeit durch Chlamydien?

Es ist bei Chlamydien durchaus möglich, dass die Fruchtbarkeit von Mann und Frau in der Praxis eingeschränkt wird. Dies liegt unter anderem daran, dass die Bakterien später nicht an eine bestimmte Stelle im Körper gebunden sind, an der sie in den Körper gelangt sind. Stattdessen verhält es sich in der Praxis so, dass sogar die Möglichkeit besteht, dass sich die Bakterien im Körper selbst immer weiterverbreiten. Dies ist einer der wichtigsten Gründe dafür, weshalb es so wichtig ist, die Infektion selbst so schnell wie nur möglich erkennen und behandeln zu können.

Bereits nach einiger Zeit erreichen die Chlamydien die inneren Geschlechtsorgane, was bei Frauen unter anderem zu einem Verkleben der Eileiter führen kann. Damit steigt in der Regel auch das Risiko einer Fehlgeburt ganz erheblich. Im Rahmen einer Schwangerschaft ist es daher auf jeden Fall zu empfehlen, sich bereits im Vorfeld zu einem Chlamydien Test zu entschließen, der sogar während einer Schwangerschaft durchgeführt werden kann.

Die Vorteile, die sowohl für die Mutter, als auch für das Kind greifbar sind, stehen in gar keinem Verhältnis zu dem geringen Aufwand. Das Neugeborene wird ansonsten der reellen Gefahr ausgesetzt, bereits mit einer Entzündung der Bindehaut oder aber einer Lungenentzündung, die durch die Chlamydien hervorgerufen wird, auf die Welt zu kommen.

Beim Mann führt die Infektion mit den Chlamydien vor allem dann zu einer Unfruchtbarkeit, wenn das Symptom einer entzündeten Prostata auftritt. In der Regel ist diese für die Potenz sogar noch gefährlicher als die Entzündung der Nebenhoden, die ebenfalls bei einer solchen Infektion sehr weit verbreitet ist. Die Entzündung der Prostata zieht dann eine Verstopfung der Samenleiter mit sich, die unter Umständen sogar nur noch operativ zu entfernen ist. Hier benötigt man auf jeden Fall eine professionelle Behandlung, um diese Probleme direkt im Keim ersticken zu können.

Zysten und Krebs durch Chlamydien

In der Praxis ist es tatsächlich so, dass es durch eine Infektion mit Chlamydien auch zur Bildung von Zysten im Körper kommen kann. Vor allen Dingen siedeln sich diese dann an den Eierstöcken, den Eileitern und der Gebärmutter an. Je länger die Infektion am Ende unerkannt geblieben ist, desto weiter können sich auch die Zysten im Körper verbreiten. Wer deshalb zu lange zögert, um die passenden Gegenmaßnahmen in die Wege zu leiten, der kann unter Umständen sogar eine totale Unfruchtbarkeit daraus erwarten.

In Bezug auf den Krebs sind es unterschiedliche Mechanismen, die dabei für die große Gefahr sorgen. Doch die Kausalkette greift bereits an den kleinen Erregern der Geschlechtskrankheit, die sich weiter im Körper aufhalten und vermehren können. Bereits nach kurzer Zeit beginnen sie dann damit, auch die Schleimhäute im Körper zu befallen, wobei sie sich in den dortigen Zellen einnisten.

Da sie nun deren Nährstoffe nutzen können, und für das Immunsystem eigentlich kaum mehr zu fassen sind, setzen sie den Prozess der Schädigung des Körpers noch weiter fort. Dies resultiert dann in der Tatsache, dass auch das in der Zelle gespeicherte Erbgut des jeweiligen Menschen geschädigt wird. Ein solcher Fehler in der Basensequenz der DNA kann dann dazu führen, dass sich die jeweilige Zelle unkontrolliert vermehrt, wodurch es zu einem Krebsleiden kommt. Selbst in dieser Hinsicht ist also Vorsicht im Umgang mit dieser erst so harmlos wirkenden Geschlechtskrankheit auf jeden Fall angebracht. Die Statistiken zeigen jedoch auf der anderen Seite doch recht deutlich, dass Krebs eine der unwahrscheinlichen Spätfolgen ist, die aus einer Ansteckung mit den Bakterien erwachsen kann.

Die Folgen speziell bei Männern

Bei Männern gibt es in Bezug auf die Chlamydien bereits einen klaren Unterschied. Denn gerade beim männlichen Geschlecht ist die Wahrscheinlichkeit im Grunde sehr hoch, dass die Symptome sich nach der Ansteckung erst gar nicht zweifelsfrei erkennen und identifizieren lassen. Klingen die Symptome also schnell wieder ab, oder bleiben gar von Anfang an ganz verborgen, so stehen die Chancen leider gut, dass von einer weiteren Behandlung abgesehen wird. Dabei zeigt die folgende Auflistung der bei Männern möglichen Folgen von Chlamydien sehr deutlich, dass eine schnelle Behandlung noch während der akuten Phase auf jeden Fall von Vorteil ist.

  • Blasenentzündung
  • Verklebung der Samenleiter
  • Entzündung der Prostata
  • Unfruchtbarkeit des betroffenen Mannes

Handelt es sich bei dem Stamm der Bakterien um die sogenannten Chlamydia trachomatis, so sind vor allem die Regionen der Geschlechts- und Harnorgane im Körper betroffen. Die Blasenentzündung ist deshalb eine der ersten Folgen, die daraus resultiert. Haben sich die Bakterien nun aber nach einiger Zeit weiter im Körper verbreitet, so kommt es eben unter anderem auch zur Entzündung der Prostata oder der Verklebung der Samenleiter. Die tatsächliche Unfruchtbarkeit, ganz unabhängig davon ob sie noch reversibel sein sollte, kann daher als Resultat dieser ersten Folgen angesehen werden.

Der Einfluss auf die Nieren

Da die Chlamydia trachomatis zuerst einmal unter anderem die Harnorgane des Körpers befallen, kommt es sehr häufig zu einer starken Belastung des Körpers in dieser Hinsicht. In der Praxis kann man dies unter anderem daran erkennen, dass es zu einem verstärkten Harndrang kommt.

Damit versucht der Körper die Fremdkörper beseitigen, was im Falle der Chlamydien eben nicht möglich ist. Bleibt die Erkrankung dann weiter unbehandelt, kann es eben unter anderem auch zu schweren Schäden an den Nieren kommen. Wer ohnehin bereits unter einem Schaden an den Nieren leidet, der sollte dies auf jeden Fall bereits bei der ersten Beratung dem Arzt mitteilen.

Das Verhältnis von Chlamydien und dem Reiter-Syndrom

Das Reiter-Syndrom ist selbst in unserer westlichen Welt durchaus bekannt, wobei es auf ganz unterschiedliche Arten entstehen kann. Eine davon kann aber auch eine Ansteckung mit den Chlamydien sein, die über längere Zeit unbehandelt geblieben sind und sich so immer weiter im Körper bewegen konnten. Oft kann man dabei nur schwer zwischen den tatsächlichen Folgen der Chlamydien oder dem Reiter-Syndrom unterscheiden.

Dies liegt vor allen Dingen daran, dass sich die Symptome selbst im Detail häufig sehr ähnlich sind. Unter anderem zählen dazu die Entzündungen an den Gelenken, wie auch an ganz unterschiedlichen verschiedenen Stellen des Körpers. Dies kann sogar so weit gehen, dass dabei die Entzündung der Bindehaut auftritt, die ansonsten vor allen Dingen bei Kindern von mit Chlamydien infizierten Müttern auftritt.

Bleiben die Chlamydien für längere Zeit unbehandelt, so muss man tatsächlich sagen, dass die Möglichkeit einer chronischen Erkrankung besteht. Dies resultiert vor allen Dingen daraus, dass es zu längerfristigen Entzündungen kommt, die auch medikamentös nur noch schwer behandelt werden können. Selbstverständlich ist es eben auch in Bezug auf diese langfristige Folge möglich, bereits im Vorfeld bei der Behandlung die entsprechenden Schritte für die Gegenmaßnahme in die Wege zu leiten. Gelingt es also, die Ansteckung so früh wie nur möglich zu erkennen, so braucht man sich auch vor diesen Dingen nicht zu fürchten.

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