Chlamydien: Immer häufiger & unentdeckt

Tatsächlich sind wir selbst in Mitteleuropa sehr viel häufiger von Geschlechtskrankheiten betroffen, als dies uns bewusst ist. Viele assoziieren allein mit dem Begriff der Geschlechtskrankheit direkt eine Infektion mit HIV. Dabei gibt es sehr viele kleinere und weniger schlimme Krankheiten, die eben sehr häufig von Mensch zu Mensch weitergegeben werden. Es sind vordergründig die Chlamydien, auf die man in diesem Bereich achten sollte. Allein in Europa sind es Jahr für Jahr fast 400.000 Menschen, die davon betroffen sind. Dabei gibt es auch ganz spezielle Gruppen, die dem Risiko von einer Ansteckung in besonderer Weise betroffen ist.

Die häufigste gemeldete Geschlechtskrankheit

Es ist also wichtig, in Bezug auf die Chlamydien daran zu denken, dass sie wirklich jeden treffen können. Gerne neigen wir ja dazu, das Problem der Geschlechtskrankheiten immer den anderen Menschen zuzuschreiben. Dabei können es eben wirklich auch wir selbst sein, die davon betroffen sind. Gerade die jungen Menschen, welche allein aufgrund der Statistik als sexuell sehr aktiv gelten, sind dabei vordergründig von den Chlamydien betroffen.

Fast ein Drittel aller Fälle, die sich auf Chlamydien beziehen, betreffen dabei sehr junge Menschen in einem Alter von bis zu 24 Jahren. Daran wird einmal mehr deutlich, wie wichtig es ist, gerade die Jugend ausreichend über die Gefahren zu informieren, die von vielen Geschlechtskrankheiten ausgehen.

kondomeNatürlich kann es zumindest helfen, selbst auf die Symptome zu achten, die der eigene Körper aufzeigt. Die wichtigsten Dinge, auf die geachtet werden kann, sind:

  • Juckreiz
  • Ausfluss
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • unregelmäßige Blutungen bei Frauen

Diese Symptome müssen noch nicht einmal in geschlossener Form auftreten, um als Bestätigung für eine Ansteckung herangezogen werden zu können. Wer sich aber dazu entschließen kann, so früh wie nur möglich einen Arzt aufzusuchen, der kann in der Regel auch noch erfolgreich behandelt werden. Gleichzeitig gibt es eine weitere Tücke der Bakterien, die sich vor allem vor dem Hintergrund einer Behandlung deutlich zeigen kann.

Denn je weiter die Krankheit selbst in ihrer Entwicklung voranschreitet, desto weiter können sich die Bakterien auch im Körper der betroffenen Person ausbreiten.

Im weiteren Verlauf kann es daher sogar zu einer Entzündung der Atemwege, oder aber der Bindehaut kommen. Vordergründig tritt dieses Problem allerdings dann auf, wenn eine infizierte Mutter die Bakterien bei der Entbindung auf den Säugling überträgt. Vor der Geburt kann allerdings heute mittels eines Tests dafür gesorgt werden, dass es nicht zu solchen Komplikationen kommt.

Die Ausbreitung der Krankheit in Deutschland

Eines der größten Probleme bleibt dabei weiterhin die Tatsache, dass Chlamydien in den meisten Fällen eben erst gar nicht erkannt werden. Etwa 70 Prozent der Menschen, die sich beim Geschlechtsverkehr mit den Bakterien infizieren, bilden erst gar nicht die ansonsten typischen Symptome wie ein starkes Jucken im Bereich der Genitalien, Ausfluss oder Rötungen aus. Tatsächlich muss man daher leider damit rechnen, dass die tatsächliche Zahl der Ansteckungen wohl sogar noch sehr viel höher anzusiedeln ist.

Neben dem Fakt, dass die bloßen Zahlen damit deutlich zu niedrig angesetzt sind, geht es eben auch um die Frage, wie sich dies auf die Ausbreitung der Krankheit auswirkt. Schließlich können sich die Menschen noch so gut mit dem Thema der Chlamydien befassen, und alles darüber wissen.

Wenn der Körper selbst aber dann keine Auswirkungen des Kontakts aufweist, so kann man nicht bemerken, dass man selbst bereits infiziert ist. Die Folge davon ist, dass sich die Bakterien von solchen Menschen aus sehr gut weiterverbreiten können. Schließlich werden fast nie entsprechende Gegenmaßnahmen in die Wege geleitet, man selbst geht schließlich davon aus, dass man absolut gesund ist. Gerade nach der Meinung der Experten ist die ausbleibende Erkennung der Krankheit eine der wichtigsten Ursachen, weshalb sich Chlamydien in unserer Gesellschaft so stetig ausbreiten können. Nur eine regelmäßige Untersuchung kann in der Regel dazu führen, das Risiko an sich selbst früh zu entdecken, sodass sich die Erreger nicht noch weiter ausbreiten können.

Chlamydien in Europa

In genau diesem Fall gibt es in der Regel tatsächlich nur eine einzige Möglichkeit, um selbst dauerhaft Klarheit zu schaffen. Diese besteht darin, sich einem jährlichen Test zu unterziehen, der die Patienten auf eine mögliche Ansteckung mit Chlamydien untersucht. Doch natürlich zeigt nur ein Bruchteil der Menschen tatsächlich die Bereitschaft, diesen geringen Aufwand auf sich zu nehmen.

Stattdessen wird eben sehr häufig darauf gesetzt, dass die entsprechende Krankheit im Falle des Falles dann doch an den Symptomen erkannt werden wird. Zumindest in finanzieller Hinsicht spricht allerdings nichts dagegen, eine jährliche Untersuchung auf verschiedene Geschlechtskrankheiten hin in die Wege zu leiten. Denn fast alle Krankenkassen erklären sich einmal pro Jahr dazu bereit, die Kosten zu übernehmen.

Es ist also in der Folge sehr zu empfehlen, zumindest in jungen Jahren und bei wechselnden Sexualpartnern diese Aspekte in Betracht zu ziehen. Trotz des Angebots, dass ein sehr großer Teil der Kosten direkt von den Kassen übernommen wird, konnten die Chlamydien ihren Siegeszug in der Gesellschaft aber sogar noch weiter fortsetzen.

Besonders eindrücklich sind dabei die mehr als drei Millionen gemeldeten Fälle, die allein zwischen den Jahren 2005 und 2014 in Europa aufgekommen sind. Auch hier ist gleichsam von einer sogar noch höheren Dunkelziffer auszugehen. Besonders für Frauen gibt es einige Studien, die diese Wahrscheinlichkeit sehr deutlich belegen können. So sind die aktuellen Zahlen gerade bei Frauen sehr eindrucksvoll. Experten schätzen, dass jede fünfte Frau im Laufe ihres Lebens einmal mit Chlamydien in Kontakt kommt, wobei auch hier die Ansteckung häufig nicht bemerkt wird.

Weitere Anstiege in den letzten Jahren

Am Ende sind es aber auch die stetig steigenden Zahlen der Erkrankten, die der Gefährlichkeit der Chlamydien noch einmal klar Ausdruck verleihen. Vor allem in den Jahren 2010 bis 2014 ist die Zahl der neuen Infektionen in Europa noch einmal um klare fünf Prozent angestiegen. Der tatsächliche Anstieg der Erkrankungen dürfte dabei sogar noch höher sein, was sich wiederum an der hohen Dunkelziffer orientiert, mit der in diesem Fall zu rechnen ist. Gerade deshalb stellen sich die heutigen Experten immer wieder die Frage, wie es denn nun möglich ist, die Krankheit noch weiter einzudämmen.

Gerade innerhalb von einer Partnerschaft ist es dabei natürlich wichtig, vor allem auf das Prinzip der offenen Kommunikation zu setzen. Somit kann direkt das Risiko aus der Welt geschafft werden, dass es danach immer wieder zu einer gegenseitigen Ansteckung mit den Bakterien kommt. Auch aus diesem Grund lohnt es sich, daran den einen oder anderen Gedanken zu verschwenden.

Es ist ohne Frage kein Thema, mit dem man sich besonders gerne beschäftigen wird. Und dennoch ist es eine absolute Notwendigkeit, dass wir uns in dieser Zeit fragen, wie wir selbst gegen das Wesen der Chlamydien vorgehen können. Solange diese und andere Krankheiten aber weiterhin nur den Randgruppen in der Gesellschaft zugeschrieben werden, ist es wohl kaum möglich, hier weitere Erfolge auf sich zu ziehen.

Am Ende ist es daher wichtig, auch diesen Aspekten Gehör zu schenken.

Um also den steigenden Zahlen Einhalt zu gebieten, wäre es sehr wichtig, entsprechende Gegenmaßnahmen zu implementieren. Hier könnte man zum Beispiel von regelmäßigen Kontrollen sprechen, die unter ärztlicher Aufsicht noch genauere Ergebnisse liefern können. Auf der anderen Seite sollten gerade junge Leute noch eindringlicher darüber informiert werden, wie der Kontakt mit Chlamydien und anderen bakteriellen und viralen Erreger vermieden werden kann.

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