Bakterielle Vaginose (Hauptseite)

Bei Frauen ist es die Bakterielle Vaginose, die mit zu den am weitesten verbreiteten Geschlechtskrankheiten zählt. Die Betroffenen wissen leider nur sehr selten, um was es sich dabei eigentlich handelt. Gleichzeitig sind ihnen die Symptome derart unangenehm, dass sie nur sehr selten den Weg zum Arzt antreten. Doch um was handelt es sich bei der Bakteriellen Vaginose genau, und welche Möglichkeiten gibt es zur Linderung und Behandlung?

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Ursache

Die eigentliche Geschlechtskrankheit geht darauf zurück, dass das Gleichgewicht der unterschiedlichen Bakterienarten gestört wurde. Dies tritt vor allem dann auf, wenn zusätzliche Bakterien beim ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen worden sind. Dies kann entweder über den einfachen Kontakt der Schleimhäute, oder aber über kleine Risse in der Haut geschehen. Die neuen Erreger sorgen dafür, dass es zu einem charakteristischen Ausfluss aus der Vagina kommt, der zusätzlich von einem sehr fischigen Geruch begleitet ist, was den Patientinnen selbstverständlich in hohem Maße unangenehm ist.

Dabei ist es eigentlich eine Krankheit, die selbst in Deutschland und der mitteleuropäischen Region sehr häufig vorkommt. Aktuelle Studien haben gezeigt, dass im Laufe des Lebens in etwa jede fünfte Frau einmal davon betroffen ist. Als größter Risikofaktor für die Ansteckung gelten dabei häufig wechselnde Sexualpartner beim ungeschützten Geschlechtsverkehr. Diese Häufigkeit der Erkrankung hängt vor allem damit zusammen, dass sich das Gleichgewicht in der Vagina eben sehr schnell zerstören lässt. Sehr viele Keime und Erreger können durch ihr Eindringen dazu führen, dass es zur Ausbildung der so typischen Symptome kommt. Gestört werden dabei vor allem die so wichtigen Milchsäurebakterien, die ansonsten für einen sauren PH-Wert sorgen.

Dieser ist normalerweise dafür verantwortlich, dass eindringende Keime schnell unschädlich gemacht werden. Gleichzeitig verschiebt sich der PH-Wert im Rahmen der Bakteriellen Vaginose weiter in den neutralen Bereich, was dazu führt, dass es die Erreger dann sogar noch einfacher haben, für gewisse Schäden in der Flora zu sorgen. Aus diesem Grund ist es von sehr großer Bedeutung, dabei auch an die gezielte Behandlung zu denken.

Die richtige Diagnose

Gerade aufgrund dieser so vielfältigen Erreger, die die Ursache für die bakterielle Vaginose sein können, ist eine passende Diagnose von großer Bedeutung. Die Fachärzte haben dabei die Möglichkeit auf ihrer Seite, genaue Tests durchzuführen, aus denen sich in der Folge auch die entsprechenden Erkenntnisse gewinnen lassen. Dabei wird vom Arzt in fast allen Fällen erst einmal ein Abstrich genommen. Dieser wird in der Folge entweder direkt unter dem Mikroskop analysiert, oder aber die vorhandenen Kulturen der Erreger werden im Labor sichtbar gemacht.

In jedem Fall kann am Ende genau dargestellt werden, welche Möglichkeiten sich gerade im Hinblick auf die Behandlung bieten. Ein entsprechender Test kann im Übrigen auch dann durchgeführt werden, wenn noch kein konkreter Verdacht besteht. In der Regel sollte es bei allen Krankenkassen kein Problem sein, dass die dafür aufzubringenden Kosten einmal im Jahr übernommen werden. Die Patientin hat also durchaus gewisse Vorteile, an denen sie sich dabei orientieren kann. Unter anderem kann dabei die Gewissheit über die aktuelle Lage gewonnen werden.

Symptome

Bei der Bakteriellen Vaginose ist es in der Tat wichtig, die auftretenden Symptome schnell einordnen zu können. Je früher diese schließlich eingeordnet werden können, desto einfacher ist es, eine erste Einschätzung zu treffen. Auf der anderen Seite sollte auch dann ein Gang zum Arzt angedacht werden, wenn es nicht möglich ist, die Symptome einer ganz bestimmten Erkrankung, wie der Bakteriellen Vaginose, zuzuordnen. In jedem Fall ist es also hilfreich, die Signale des eigenen Körpers genau zu deuten. Im Gegenzug liefert schließlich genau das die Möglichkeit, gewisse Gegenmaßnahmen zu ergreifen, beziehungsweise einen Arzt mit dem Problem zu kontaktieren. Die beiden ganz deutlichen Symptome sind:

  • strenger, fischiger Geruch
  • Ausfluss aus der Vagina

In erster Linie ist es dabei der so unangenehme Geruch, der für die Erkennung der Geschlechtskrankheit herangezogen werden kann. Dieser ist sehr intensiv, und kann am ehesten mit dem Geruch von altem Fisch verglichen werden. Im nächsten Stadium kommt es dann ebenfalls zu einem Ausfluss aus der Vagina, der ebenfalls als sehr charakteristisch beschrieben werden kann. Treten diese Symptome gemeinsam auf, so kann man auf jeden Fall von einer Ansteckung ausgehen.

Bei manchen Frauen, die unter einer stark ausgeprägten Form der Krankheit leiden, kann es zudem noch zu juckenden Stellen, beziehungsweise starken Rötungen kommen. Diese sind aber nicht in jedem Fall vorzufinden, wobei dann trotzdem von der Infektion ausgegangen werden kann. Es ist also nicht zwingend so, dass eine Bakterielle Vaginose gleichzeitig auch unangenehme Schmerzen mit sich bringen muss. Stattdessen ist es vor allen Dingen der so unangenehme Geruch, der den Betroffenen dabei störend ist.

Behandlung

In der heutigen Medizin ist es vor allem das Medikament Metronidazol, welches bei der Behandlung der Bakteriellen Vaginose zum Einsatz kommt. Es wird von den Ärzten meist unmittelbar verschrieben, sobald eine eindeutige Diagnose der Krankheit vorliegt. Dabei ist es in der Regel mit der Behandlung möglich, eine rasche vollständige Heilung zu forcieren. Für die Behandlung selbst ist der ärztliche Rat dabei von großem Wert, da die Art der Behandlung dementsprechend an die verschiedenen Begleitumstände angepasst werden kann.

Eine Behandlung in Eigenregie ist dagegen normalerweise nicht möglich, da es sich in Deutschland und im Raum der EU eben um ein verschreibungspflichtiges Medikament handelt. Selbst wer es sich also so sehr wünschen würde, den so unangenehmen Gang zum Arzt zu verhindern, in der Regel führt daran kein Weg vorbei. Gerade deshalb sollte man das eigene Schamgefühl nicht zu stark werden lassen, sondern die entsprechenden Maßnahmen einleiten.

Vorbeugung

In der Praxis ist es relativ schwer, der Bakteriellen Vaginose vorzubeugen. dies liegt vor allem daran, dass die Überträger der verantwortlichen Keime davon in den meisten Fällen noch nicht einmal selbst Kenntnisse davon haben. Dennoch ist es vor allem bei wechselnden Sexualpartnern von sehr großer Bedeutung, dabei ein Kondom zu benutzen. Dies ist heute noch immer die beste Möglichkeit, um das Übertragen von Keinem und Erregern zu verhindern. In einer festen Partnerschaft, in der auch eine offene Kommunikation mit dem Partner vorherrscht, ist es dagegen in den meisten Fällen nicht notwendig, zu solchen Maßnahmen überzugehen.

Sollte die Partnerin dann aber einen Befund auf eine Bakterielle Vaginose erhalten, so kann es zu empfehlen sein, dass sich der Mann einer entsprechenden Untersuchung auf die jeweiligen Erreger unterzieht. So ist zum Beispiel eine höhere Wahrscheinlichkeit vorhanden, dass es sich um eine Ansteckung mit Chlamydien handelt. Sollte dies der Fall sein, können sich beide Partner parallel einer Behandlung unterziehen, um die stetige wechselseitige Ansteckung von Anfang an aktiv zu vermeiden.